Eskalationen in Flüchtlingsheimen

Security-Mitarbeiter misshandeln Flüchtlinge

 

Diese Schlagzeilen sind seit Tagen in der Presse zu hören und zu lesen. Keine Frage, dieses Verhalten von Sicherheitspersonal ist nicht tragbar und mit nichts zu entschuldigen.

 

Leider sind solche Vorfälle nicht selten, wie wir in den letzten Jahren schon recherchiert haben. Ob es sich um größere Veranstaltungen, Festlichkeiten oder sonstige Events handelt… immer wieder tauchen diese schwarzen Schafe in der Sicherheitsbranche auf, die sich maßlos daneben benehmen. Wie auch in diesem aktuellen Fall, richtet sich das Augenmerk immer auf die ausführenden Mitarbeiter, selten gegen die Sicherheitsfirmen, die solche Leute beschäftigten und schon gar nicht auf deren Auftraggeber.

 

Wie kommt es zum Einsatz von nicht qualifiziertem Personal?

 

Es gibt kaum eine Sicherheitsfirma, die nicht mit Dumpingpreisen auf den Markt geht, um an Aufträge zu kommen. Kaum ein Auftraggeber hinterfragt das Preisangebot, was ein Sicherheitsmann verdienen muss, wenn die Sicherheitsfirma einen unterirdischen Stundensatz verlangt. Hier ist kein Unterschied zwischen privaten und behördlichen Auftraggebern zu finden. Es ist geradezu beschämend, wenn die verantwortlichen Behörden zuschauen, wie im eigenen Hause städtische Veranstaltungen von Sicherheitsfirmen bewacht werden, die unqualifiziertes Personal für ein paar Euro zu unserer aller Sicherheit abstellen. Überprüfungen finden so gut wie nie statt, ob diese Security.Leute überhaupt eine Eignung zur Ausführung dieser Tätigkeit haben.

 

Würde man präventiv vorgehen, kämen automatisch entsprechende Fragen auf, die in der Antwort niemals eine billige Sicherheitsfirma rechtfertigen würden. Es gibt einfach zu viele dieser Firmen, die wenig fest angestellte Mitarbeiter haben und sich eher auf abrufbare Leute fixieren, die man mit ein paar Euro in der Stunde abspeist.

 

Im Falle der Flüchtlingsthematik hätte man sich vorher fragen müssen, woher denn Sicherheitsfirmen das Personal nehmen, das plötzlich gebraucht wird. Keine Firma kann unzählige qualifizierte Mitarbeiter beschäftigen, wenn sie von Ab-und-zu-Aufträgen lebt. Also, wird erst mal abgewartet, ob man für einen größeren Auftrag engagiert wird und fängt dann erst an, sich Mitarbeiter zu suchen. Diese sind eben nicht so einfach auf die Schnelle zu finden, schon gar nicht mit den notwendigen Qualifikationen eines Sicherheitsmitarbeiters.

 

Hinzu kommt dann vor lauter Einsparmaßnahmen der Firmen, dass die Wachleute unter prekären Arbeitsbedingungen ihre Stunden ableisten. Oftmals müssen sie viele Überstunden ohne Pausen machen, haben nicht mal Zeit etwas zu essen oder zu trinken, geschweige denn auf die Toilette zu gehen – falls die gerade im Nachtdienst überhaupt vorhanden sind. Dass hier bei manchem Sicherheitsmitarbeiter die Nerven blank liegen, die Toleranz- und Geduldsgrenze irgendwann weit unten hängt, sollte eigentlich jedem Auftraggeber und jeder Sicherheitsfirma im Vorfeld klar sein.

 

Gute qualifizierte Mitarbeiter kosten Geld und das ist im Sicherheitsgewerbe nicht anders, wie in anderen Berufsgruppen auch.


Print Friendly, PDF & Email
Hier sind die Aktualitäten usw.

Posted on 13. Mai 2015 at 11:37

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.